Planlos = unglücklich ?

Ich hatte eigentlich immer einen Plan in meinem Leben. Ich hatte immer einen großen Lebenswunsch. Auch wenn ich mal keine kleineren Ziele hatte, auf die ich hingearbeitet habe – der große Masterplan stand immer! – bis heute! Ja, aktuell habe ich das Gefühl, dass es keinen gefestigten Plan in meinem Leben gibt und das macht mir schon ein wenig zu schaffen. Ich bin ein kleiner Kontrollfreak und weiss die Dinge gerne auf sicheren Wegen. Doch was jetzt? Sicherlich kennt das jede junge Frau. Man wünscht sich den klassischen Werdegang:

  • heiraten 
  • ein Häuschen bauen
  • Kinder kriegen So in etwa waren auch immer meine Ziele. Ich hätte mir niemals vorstellen können, mit fast 30 Jahren (ja, in ein paar Wochen wird es soweit sein), noch keinen dieser Schritte in naher Zukunft sehen zu können & auch zu wollen. Ich bin eine hoffnungslose Romantikerin und eigentlich sollten diese Lebensschritte für mich dazugehören wie das Amen in der Kirche – absolut richtig. Im Augenblick gibt es diese großen bedeutsamen Wünsche aber nicht mehr für mich. Mein ganzes Leben hat sich irgendwie ein wenig auf den Kopf gestellt. Ich möchte fast sagen, ich bin etwas verwirrt und planlos. Man geht jeden Tag arbeiten, steckt seine gesamte Energie in seinen Job – geht darin auf und freut sich über Erfolge. Dann kommt man abends nach Hause, macht seinen Sport, trifft sich mit Freunden oder chillt zuhause auf der Couch gemeinsam mit seinem Partner. Am nächsten Tag geht es dann wieder von vorne los. Diesen Rythmus habe ich jetzt auch schon sehr sehr lange. Ich habe oft das Gefühl, dass irgendwas fehlt oder nicht richtig läuft und dann denke ich wieder – ..soll das vielleicht so sein?“ ,,ist das Leben so?“. Seit Wochen denke ich darüber nach, ob mir wirklich was fehlt im Leben, ob der große Masterplan der immer hinter meinem Tun gesteckt hat, wirklich richtig war. Ich habe leider noch keine Antworten auf meine ganzen Fragen bekommen und das veranlasst mich auch dazu, ein bisschen darüber zu schreiben und es mit Euch zu teilen. Um mich herum bekommen alle Kinder, heiraten, bauen Häuser, kaufen Eigentumswohnungen oder planen andere große Projekte. Ja und ich? Ich lebe einfach nur in den Tag hinein. Für mich stehen Kinder, Hochzeit oder Eigentum aktuell nicht zur Debatte. Ich denke darüber nicht mal nach und kann es mir auch nicht vorstellen. Man wird als junge Frau mit fast dreißig so oft auf diese Themen angesprochen und da ich kein Freund von fadenscheinigen Ausreden bin, sage ich auch immer ganz klar meine Meinung dazu. Wie man da angesehen wird, wenn man sagt – ,,nein, es sind keine Kinder in Planung“ oder ,,nein, ich kann mir das alles im Moment nicht vorstellen“. Die meisten Menschen akzeptieren diese Aussage lustiger Weise auch garnicht. Man bekommt dann Kommentare zu hören wie z.B. ,,ach, das sagst du jetzt – das wird schon“ ,,du wirst auch noch Kinder bekommen“.
  • muss ich Kinder bekommen? 
  • muss ich ein Haus bauen oder kaufen?Ist es das, was indirekt von mir erwartet wird um in die Gesellschaft zu passen? Ja, ich dachte das auch immer. Ich bin mit diesem Wunsch auch immer durchs Leben gegangen und ich habe es mir auch eine ganz lange Zeit selbst gewünscht aber da hatte ich auch noch nicht die Lebenserfahrung wie jetzt mit dreißig.

Ich finde es schön, wenn Paare Kinder bekommen, weil sie sich lieben und es für den richtigen Zeitpunkt empfinden. Das ist glaube ich, das größte Glück, das man haben kann aber für mich bedeutet ein Kind zu bekommen, auch eine lebenslange Verantwortung zu tragen. Gerade heutzutage halte ich es für noch wichtiger, sich solch einen Schritt wirklich dreimal zu überlegen. Ein Kind sollte in einem Umfeld aufwachsen, wo es viel Liebe erfahren kann, wo es alles hat was es braucht und eine gute Basis gegeben ist. Finanzielle Sicherheit ist hier ebenfalls ein großer Faktor. Ich würde meinem Kind alles ermöglichen wollen – auch finanziell. Aber gut, zu diesem Thema könnte ich jetzt nochmal einen ganz eigenen Blogbeitrag schreiben.

Wie ihr merkt, sind das ganz schön existenzielle Fragen die ich mir hier stelle aber das ist es, was mich im Augenblick bewegt. Ich weiss nicht wo meine Reise hingeht oder ob sich meine Meinung zu all diesen Dingen nochmal verändert aber ich suche aktuell nach einem kleinen Zwischenziel bzw. der inneren Ruhe – mal kein Ziel zu haben. Vielleicht soll mir das auch einfach mal beibringen, loslassen zu lernen. Mal nicht über alles nachdenken zu wollen oder alles kontrollieren zu müssen. Das ist tatsächlich eines meiner großen Mankos. Einfach mal in den Tag, in die Woche oder in den Monat hinein leben oder auch mal nicht schon 6 Jahre im Voraus zu planen  – das wäre schön. Daran möchte ich gerne arbeiten. Ich glaube man verpasst sein ganzes Leben, wenn man strickt nach einem bestimmten Plan lebt und wenn man nicht einfach mal die Zügel loslässt. Naja und wie wir alle wissen, das Leben lässt sich sowieso nicht planen. Da mir genau das so schwer fällt, werde ich das als meine kleine Aufgabe für das Jahr 2018 sehen. Meine ganz persönliche Challenge.

Zufrieden damit sein, wie es gerade in meinem Leben ist. Alles auf mich zukommen lassen und mal nicht drüber nachdenken, was alles passieren kann. Das Leben genießen und mir Zeit für die Dinge nehmen, die mich glücklich machen. Vielleicht auch einfach mal Geld dafür in die Hand nehmen und Spaß haben. Mir Urlaube oder kleine Ausflüge gönnen. Mir selbst mal was Gutes tun. Warum soll ich darauf warten, dass es irgendjemand anderes für mich macht? Warum erwarte ich solche Dinge von einem Partner oder einer Freundin? Ganz ehrlich, wir leben im 21ten Jahrhundert   – da kann die Frau das auch mal selbst machen oder? 🙂 Ich gehe sogar weiter, ich denke es ist wichtig, dass die Frau das auch mal alleine machen muss! Es ist wichtig zu wissen, dass man für sein Glück nur selbst verantwortlich ist und dass man sich auch ganz allein glücklich machen kann. Also Ladies, wartet nicht darauf, dass Euch jemand am Arm packt und Euch zufrieden macht. Nehmt Euch selbst an der Hand und tut alles dafür! 

In diesem Sinne.

Fühlt Euch gedrückt.

Eure Jule

7 Kommentare zu „Planlos = unglücklich ?

  1. Wir leben sogar schon im 21. Jahrhundert … 😉 –

    Aber das tut hier nun wirklich nichts zur Sache. – Dein Eintrag liest sich schon ein bisschen wie Sinnsuche. Teilweise hast Du ihn schon gefunden, Deinen Sinn, so erscheint es mir wenigstens, teilweise noch nicht.

    Nur mal so aus meiner Erfahrung, auch, wenn ich nie junge Frau war, sondern (früher mal 😉 ein junger) heute schon ein etwas älterer Mann bin.

    Ich habe geheiratet als ich 35 Jahre alt war. Das war so nie geplant und dann letztlich nicht mehr zu umgehen (Eine „wilde“ Ehe mit einer Frau aus einem anderen Land kennt das deutsche Ausländerrecht nicht …) – Ein Haus habe ich bis heute nicht gebaut, und das wird nach Lage der Dinge auch nichts mehr werden. Nicht, dass ich gerade schön wohne, nein, aber es gibt andere Gründe, warum das mit dem Bauen bislang nichts wurde und nun wohl auch nichts mehr wird. Wirklich wichtig war mir das freilch nie. (Verstanden hat das kaum jemand.)

    Ich habe einen Sohn – wir bekamen ihn als wir schon nicht mehr daran glauben konnten, hatten schließlich unendliches Glück, dass er denn doch gesund auf die Welt kam, die Geburt war außergewöhnlich. Ich war damals schon 39 und daher kann ich Dir versichern, dass ich all die „einschlägigen“ Fragen, Ratschläge und auch Sprüche, die keiner braucht, zu Genüge anhören durfte.

    Materiell bin ich/sind wir nicht besonders gestellt – nach meiner Erkrankung und Konsequenzen, die ich daraus folgend ziehen musste, sowie so nicht mehr. Meinem Kind gebe ich dennoch alles, was ich vermag, versuche ein verantwortungsbewusster Vater zu sein. Für mich ist es DAS, was zählt

    Ich schreibe das alles so ausführlich, um Dir zu zeigen, dass es keinen vorgegebenen oder vermeintlich „richtigen“ Weg gibt. Die Mehrheit der Menschen denkt in Konventionen, spricht Dinge einfach nach. Das darf man gut und gern vernachlässigen. Jedes Leben ist eins für sich, ist von ganz spezifischen Einflüssen geprägt, die nie jemand Anderes so erlebt hat oder erleben wird.

    Schwer genug bleibt es dennoch, für sich selbst Entscheidungen zu treffen, denn Zeit, die vergangen ist, kann man nicht zurückholen. – Heute weiß ich rückblickend, das ich Manches wohl anders gemacht und getan hätte. Freilich weiß ich das nur vom Standpunkt meiner heutigen Erfahrungen aus. Die aber hatte ich damals noch nicht. Und ob sie mir dann sooo viel genutzt hätten? – Ich bin da gar nicht so sicher. Denn mein Wesen und mein Charakter wären ja wohl wesentlich wieder so, wie sie damals waren … Und so manche gravierende Entwicklung fand völlig ohne meinen Einfluss statt …

    Ich habe es auch nach wie vor schwer, meinen Sinn zu finden. Ja, das ist wahr – ich bin danach fortgesetzt auf der Suche. Immer noch. Und immer wieder. Für mich habe ich gefunden, dass das nie wirklich aufhört. Aber vielleicht ist das ja auch gut so.

    Denn ich habe durch meine fortgesetzte Sinnsuche gefunden, dass ich versuchen will offen zu bleiben, offen für Dinge, die ich als schön empfinde vor allem, offen dafür, sie als solche zu erkennen, annehmen zu können, und Menschen, Menschen, die auch so sind.
    Mir fällt das nach wie vor nicht so leicht (weil meine Seele etwas „speziell“ ist, und ich mich selbst wahrlich nicht immer gern habe) aber ich bemühe mich, da am Ball zu bleiben, weil das meine Garantie ist weiter leben zu wollen. Und leben zu wollen, leben zu können, das ist ein großer Sinn! Und immerhin, ein bisschen werde ich doch immer wieder fündig geworden bei meinem auf der Suche bleiben, meinem Versuchen, offen zu sein …

    Dir wünsche ich das auch von Herzen, liebe Jule. Lass Dich nicht in irgendwelche Muster quetschen. Mag sein, dass es sich ohne solche Muster nicht leichter lebt, weil man ein bisschen „exotisch“ bleibt und wirkt. Aber glaub‘ mir – es gibt auch Menschen, die dafür eine Antenne haben, die das verstehen können, die Dich dafür mögen und schätzen (werden).

    Ganz liebe Grüße an Dich!

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  2. Du stellst die großen Fragen des Lebens – und sie stellen sich dir um so drängender, als dein bisheriger Lebensweg momentan nicht in die verbreiteten Konventionen passen will.
    Ich glaube, dass das sehr gut ist – denn so machst du dir frühzeitig Gedanken darüber, was DU willst – und stellst nicht irgendwann frustriert fest, irgendwie irgendwo reingerutscht zu sein, wo DU in Wirklichkeit gar nicht sein möchtest!
    Hör auf dich und deine Stimme!
    … aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass alle Kontrollplanungen letztendlich immer ganz anders gelaufen/gekommen sind. Eher so nach dem Sprichwort: Der Mensch denkt – Gott lenkt.
    Ich wünsch dir alles Gutw !
    … und Herzlich Willkommen bei mir und meinem Echtzeittest … irgendwie hat der ja sogar ganz viel mit dem zu tun, was dich zur Zeit umtreibt …😊

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    1. Hey, 😃😃 ich freue mich riesig über deinen Kommentar und über die Zeit, die du dir genommen hast 😃 ich sehe das genauso nur fällt es heutzutage manchmal schwer anderen Menschen das verständlich zu machen ——aber das ist ja auch irgendwo nicht deren ,,Problem“ sondern meine Entscheidung ☺️☺️
      Ich wünsche dir einen tollen Tag und freue mich von dir zu lesen
      Deine Jule

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